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SRH erwirbt Klinikum Burgenlandkreis

SRH Kliniken übernehmen Verantwortung für die Gesundheitsversorgung in der Region. Standorte Naumburg und Zeitz bleiben erhalten.

Heidelberg/Naumburg, 30. Januar 2020

Das gemeinnützige Bildungs- und Gesundheitsunternehmen SRH erwirbt die Klinikum Burgenlandkreis GmbH. Zu dem Unternehmen gehören zwei Krankenhäuser mit insgesamt 751 Betten in Naumburg und Zeitz sowie Medizinische Versorgungszentren und eine Servicegesellschaft. Die Bildungs- und Kooperationsgesellschaft übernimmt der Landkreis.

Am gestrigen 29. Januar sind die Verträge notariell beurkundet worden. Zuvor hatte der Gläubigerausschuss dem entsprechenden Vorschlag der Eigenverwaltung und des Sachwalters einstimmig zugestimmt. Die Entscheidung wurde unter Berücksichtigung der Interessen aller Beteiligten – Mitarbeiter, Gläubiger, Politik – getroffen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Klinikum Burgenlandkreis GmbH versorgt mit rund 1.230 Mitarbeitern jährlich etwa 68.000 Patienten. Die beiden Kliniken in Naumburg und Zeitz bleiben erhalten. „Wir wollen dazu beitragen, die Gesundheitsversorgung für die Bürger im ländlichen Raum in Sachsen-Anhalt nachhaltig zu sichern. Dabei arbeiten wir eng mit dem Landkreis, dem ehemaligen Gesellschafter der Kliniken, zusammen. Außerdem streben wir Kooperationen mit Universitätskliniken an“, sagt der Vorstandsvorsitzende der SRH, Prof. Dr. Christof Hettich.

„Dies ist ein wichtiges Signal insbesondere für die Mitarbeiter und Patienten. Es freut uns sehr, dass unsere Mitarbeiter trotz der schwierigen Situation die Patientenversorgung mit viel Engagement und in gewohnt hoher Qualität fortgeführt haben und wir das Insolvenzverfahren zu diesem positiven Ergebnis führen konnten“, so Sanierungsgeschäftsführer Dr. Arne Berndt von der Unternehmensberatung WMC Healthcare. „Das Klinikum Burgenlandkreis hat einen großen Schritt nach vorne gemacht. Mit der SRH gibt es nun einen zukünftigen Eigentümer, der den beiden Klinikstandorten eine positive Perspektive bietet“, erklärt Sanierungsexperte Dr. Rainer Eckert. Zusammen mit Dr. Mark Boddenberg (beide ECKERT Rechtsanwälte) leitet er die Eigenverwaltung.

Das Team der Eigenverwaltung leitet das Unternehmen, bis die SRH unmittelbar nach Rechtskraft des Insolvenzplans sämtliche Geschäftsanteile an der Gesellschaft übernimmt. Die beiden Kliniken in Naumburg und Zeitz werden umgehend in den SRH Verbund integriert, um fachliche Synergien und wirtschaftliche Effekte zu erreichen. „Die Stellen im Ärztlichen Dienst und in der Pflege bleiben erhalten und werden mittelfristig sogar ausgebaut. Gleichwohl sind personelle Veränderungen erforderlich, die wir gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern klären werden“, sagt Werner Stalla, Geschäftsführer der SRH Kliniken GmbH. Weitere Maßnahmen werden geprüft, um die Krankenhausstandorte weiterzuentwickeln.

Als Stiftungsunternehmen verknüpft die SRH soziale Verantwortung mit unternehmerischem Handeln und positioniert sich als zuverlässiger Partner für eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung. Mit dem Kauf der Klinikum Burgenlandkreis GmbH baut die SRH ihre Position als großer Krankenhausträger in Mitteldeutschland mit nun sieben Kliniken aus. Bundesweit betreibt die SRH jetzt zwölf Akutkliniken, sechs Rehakliniken und 27 Medizinische Versorgungszentren und betreut rund 1,1 Millionen Patienten pro Jahr.

Der Sanierungsgeschäftsführer Dr. Berndt und sein Team von WMC Healthcare sowie die Eigenverwaltung um die Sanierungsexperten Dr. Eckert und Dr. Boddenberg von der Kanzlei ECKERT werden nun in Abstimmung mit der SRH die Insolvenzpläne kurzfristig bei Gericht einreichen. In einigen Wochen steht noch die Zustimmung der Gläubigerversammlung zum Insolvenzplan an, der die Übertragung der Anteile an die SRH vorsieht. Dafür wird dann eine weitere Versammlung Anfang März erforderlich sein, deren Termin noch mit dem Insolvenzgericht abzustimmen ist. „Es freut mich, dass wir mit der SRH einen langfristig denkenden und nachhaltig handelnden Partner gewinnen konnten. Diese Investorenlösung ist darüber hinaus ein sehr erfreuliches Ergebnis für die Gläubiger“, so Sachwalter Prof. Lucas Flöther von der Kanzlei Flöther & Wissing.

Am 17. September 2019 hatte die Klinikum Burgenlandkreis GmbH einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens und Anordnung der Eigenverwaltung gestellt. Mit Beschluss vom 1. Dezember 2019 hat das Amtsgericht Halle das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Gesellschaft antragsgemäß eröffnet, die Eigenverwaltung angeordnet und Rechtsanwalt Prof. Lucas Flöther zum Sachwalter bestellt.

Ansprechpartner:

SRH Holding
Susann Lorenz
E-Mail: susann.lorenz@srh.de
Telefon: 0 62 21-82 23-227

Klinikum Burgenlandkreis GmbH
Martin Wohlrabe
E-Mail: mw@consilium.media
Telefon: 030-20 91 29 70

 

SRH Bildung & Gesundheit

Die SRH ist ein führender Anbieter von Bildungs- und Gesundheitsdienstleistungen. Sie betreibt private Hochschulen, Bildungszentren, Schulen und Krankenhäuser. Mit 14.500 Mitarbeitern betreut die SRH mehr als 1,1 Millionen Bildungskunden und Patienten im Jahr und erwirtschaftet einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro. Dachgesellschaft ist die SRH Holding (SdbR), eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Heidelberg. Ziel der SRH ist es, die Lebensqualität und die Lebenschancen ihrer Kunden zu verbessern.

 

Über die Klinikum Burgenlandkreis GmbH
Die Klinikum Burgenlandkreis GmbH mit ihren Standorten Saale-Unstrut Klinikum Naumburg und Georgius-Agricola Klinikum Zeitz liegt im Süden von Sachsen-Anhalt. Das Krankenhaus der Basisversorgung ist Akademisches Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Jena sowie der Universität Leipzig. Das Klinikum ist regionaler Gesundheitsversorger und behandelt jährlich ca. 26.000 stationäre und ca. 41.000 ambulante Patienten. Das Unternehmen ist einer der größten Arbeitgeber der Region.

 

Über ECKERT Rechtsanwälte

Eckert Rechtsanwälte mit Hauptsitz in Hannover gehört zu den führenden deutschen Restrukturierungs- und Insolvenzkanzleien. Die Spezialisten der Sozietät sind sowohl beratend auf Unternehmensseite als auch als Insolvenzverwalter, Sachwalter und Zwangsverwalter tätig. Besondere Expertise besteht u.a. bei der Sanierung von Krankenhausträgern. Dazu zählen die „Arbeiterwohlfahrt Gesundheitsdienste Gesellschaft mbH“, die Klinikgruppe Josef-Hospital in Delmenhorst sowie die Paracelsus-Klinikgruppe, mit mehreren Einzelgesellschaften und 24 Klinikstandorten eine der größten Konzerninsolvenzen der letzten Jahre.

 

Über WMC Healthcare

WMC Healthcare Gruppe ist mit rund 120 Mitarbeitern die größte auf das Gesundheitswesen spezialisierte Unternehmensberatung Deutschlands mit Büros in München und Hamburg. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt auf der Begleitung von Krankenhäusern und Unternehmen im Gesundheitswesen u.a. bei strategischen Neuausrichtungen, bei Reorganisationen, in Sanierungsprozessen, bei Prozessoptimierungen sowie bei Verbesserungen im Kosten- und Erlösmanagement. WMC Healthcare entwickelt dabei praxisnahe Lösungen und setzt diese gemeinsam mit den Klienten um.

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