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Pressemitteilung

Klinikum Brugenlandkreis plant Neuaufstellung mittels Sanierungsverfahren

Naumburg 17. September 2019

  • Amtsgericht Halle ordnet auf Insolvenzantrag des Klinikums vorläufige Eigenverwaltung an
  • Ziel: Krankenhäuser zukunftsfähig aufstellen
  • Patientenbetrieb geht unvermindert weiter, laufende Löhne und Gehälter sind gesichert
  • Eigenverwaltungsverfahren bedeutet Schutz für das Klinikum

Das Klinikum Burgenlandkreis hat beim Amtsgericht Halle/Saale ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Der Antrag wurde am Mittag genehmigt. Geschäftsführung und Gesellschafter haben sich zu dem Schritt entschlossen, um für das Klinikum eine zukunftsfähige Perspektive zu erarbeiten. Die Entscheidung ist notwendig geworden, weil die gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen für das Klinikum mit seinen zwei Standorten nur mit einem mutigen Schritt beherrschbar sind. So werden nun Finanzen und Unternehmensstruktur langfristig geordnet, um die Neuausrichtung umzusetzen.

Sanierung und Restrukturierung werden dabei von erfahrenen Experten angeleitet. Rechtsanwalt Dr. Rainer Eckert und Dr. Mark Boddenberg werden das Verfahren insolvenzrechtlich im Rahmen der Eigenverwaltung begleiten. „Wir sind zuversichtlich, dass wir wie in vergleichbaren Verfahren eine gute Lösung für das Klinikum Burgenlandkreis finden werden“, so Dr. Rainer Eckert. Er hat in den vergangenen beiden Jahren in verschiedenen Rollen die Klinikgruppen Paracelsus, DRK-Kliniken Thüringen Brandenburg sowie ViaSalus saniert. Als vorläufiger Sachwalter wurde Prof. Dr. Lucas Flöther durch das Amtsgericht Halle/Saale ernannt. Er überwacht ähnlich wie ein Aufsichtsrat das gesamte Verfahren.

Um die Restrukturierung mit der nötigen Geschwindigkeit umzusetzen, hat die Geschäftsführung ein bundesweit tätiges Beratungsunternehmen beauftragt. Dr. Arne Berndt (WMC Healthcare) wird ab sofort als Restrukturierungs-Manager dem Geschäftsführer Lars Frohn zur Seite stehen. „Das Klinikum Burgenlandkreis ist in seinem Kern nicht nur gesund, sondern für die Region auch bedarfsnotwendig. Wir werden nun mit aller Kraft und Geschwindigkeit, aber auch der nötigen Sorgfalt die notwendigen Schritte einleiten, um die beiden Standorte zukunftsfähig zu gestalten“, betont Dr. Arne Berndt. „Es ist mutig und absolut sinnvoll, dass die Verantwortlichen sich für dieses Verfahren entschieden haben“, urteilt der Klinikexperte. „Schon einige Kliniken in Deutschland haben sich in den vergangen zwei Jahren für diesen Weg der Neuausrichtung entschieden – alle mit Erfolg.“

Alle Beschäftigten wurden heute von der Eigenverwaltung über das bevorstehende Verfahren unterrichtet. Die Löhne und Gehälter sind während des vorläufigen Insolvenzverfahrens für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert. Danach wird das Klinikum Burgenlandkreis die Gehälter wieder selbst zahlen. Der Patientenbetrieb geht in der gesamten Zeit unvermindert weiter. Innerhalb der kommenden Wochen wird das Restrukturierungsteam nun in Abstimmung mit dem eingesetzten Gläubigerausschuss einen Plan erarbeiten, wie das Klinikum wieder zukunftsfähig aufgestellt werden kann. Rund ein halbes Jahr soll die Phase der Neuausrichtung dauern.

In einem solchen Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung steht das Klinikum unter einem besonderen gesetzlichen Schutz, so dass die Geschäftsführung zum Beispiel Liquidität aufbauen und Restrukturierungsmaßnahmen schneller realisieren kann. Bei einer Restrukturierung über ein Eigenverwaltungsverfahren bleibt die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung. „Erlaubt ist dies jedoch nur in Fällen, in denen Unternehmen frühzeitig selbst tätig werden und in denen es genügend Handlungsspielraum für eine Lösung gibt. Beides ist beim Klinikum Burgenlandkreis der Fall,“ so der Generalbevollmächtigte Eckert.

Landrat Götz Ulrich fügt hinzu: „Der Burgenlandkreis will mit dieser Entscheidung die stationäre Krankenhausversorgung in Naumburg und Zeitz erhalten und zukunftsfest machen. Die Patienten können sich wie gewohnt an beide Krankenhäuser wenden und werden dort versorgt. Unter den Bedingungen der nun anstehenden Restrukturierung, die zukunftsfähig ist, können wir an unserem Plan für einen jährlichen Investitionszuschuss von einer Million Euro festhalten. Es ist unser erklärter und ausdrücklicher Wunsch, das Klinikum Burgenlandkreis nach Beendigung des Verfahrens in kommunaler Trägerschaft an beiden Standorten fortzuführen.“

Der Patientenbetrieb wird während des Verfahrens uneingeschränkt aufrechterhalten, der Versorgungsauftrag erfüllt. „Wir bleiben für unsere Patienten ein verlässlicher Versorger und für alle Lieferanten ein zuverlässiger Geschäftspartner,“ so Geschäftsführer Lars Frohn. „Wichtig ist mir auch zu betonen, dass wir eine hervorragende Belegschaft haben. Ich danke allen Kollegen, die diese herausfordernde Zeit mit uns gestalten.“

 

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